Patriks: Das Messegeschenk

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Alljährlich treffen sich Produzenten, Händler  und Konsumenten an festen Plätzen,um Neuheiten zu zeigen und Geschäfte damit zu tätigen. Diese Treffen werden Messen genannt und finden an verschiedenen Orten statt. Zumeist waren dies für mich früher die Computermesse Cebit in Hannover sowie die Internationale Funkausstellung IFA in Berlin.

Die Messe- oder Standbesatzung wird für gewöhnlich ein bis zwei Tage vor Messebeginn auf alle Neuheiten und den zielsicheren Abschluss mit Kunden trainiert.  Diese Verhaltenregeln gelten vor allem für die Tage, an denen ausschließlich Fachpublikum  Einlass gewährt wird. An solchen Tagen gilt es, maximalen Umsatz zu tätigen.

Völlig unbeliebt sowohl bei der Geschäftsführung als auch beim Besatzungspersonal waren die sogenannten Publikumstage. An diesen Tagen wird dem gemeinen Verbraucher Einblick in das geheime Kommende gewährt. Zu diesen Tagen, zumeist am Ende einer Messe gelegen, sind bereits alle „alten Hasen“ abgereist und nur noch Frischlinge oder Jungverkäufer bestücken die Präsentationsfläche. Zum Üben ausgefeilter Argumentationen am lebenden Objekt bestens geeignet. Aber die lebenden Menschentrauben sind an allem interessiert, nur nicht an hochtrabendem Verkäufergeschwätz. Der einzige Besuchsgrund der Meute sind zumeist die beliebten Messepräsente in Form von Kugelschreibern, Gummibärchen und Luftballons. Jeder Standbesuch beginnt mit der obligatorischen Frage nach Messegeschenken.  Die Versierten unter ihnen, bereits aufs Auswählen edlen Materials konditioniert, fragen gezielter: „Welche Messegeschenke haben Sie?“ Und winken dann beim Zeigen eines Kugelschreibers beleidigt ab.

Eine Gegenkonditionierung findet natürlich auch beim Geschenkeverteiler statt. Einmal völlig entnervt und das Tagesende ersehnend, holte ich das finale und einzigartigste Geschenk der Mobilfunkbranche hervor. Ein zu Beschenkender stürmte auf mich zu, stellte mir die beliebte aber nicht versierte Frage: „Haben Sie Messegeschenke?“

Ohne auch nur eine Sekunde zu überlegen, entgegnete ich: „ ICH bin heute Ihr Messegeschenk!“. Eilig und verstört lief der zu Beschenkende davon. Gründe sind mir bis heute schleierhaft, denn weder bin ich besonders hässlich, noch bin ich teuer im Unterhalt.

Aber nie wieder in meiner beruflichen Karriere gelang es mir, einen Endkunden so schnell in die Flucht zu schlagen…

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